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Buchumschlag

Martinus: Das Dritte Testament

© Martinus Idealfond 1964, Reg.19                © Martinus Idealfond 1964, Reg.23

Symbol Nr. 19                                                 Symbol Nr. 23

Durch die Finsternis der Einweihung             Der wahre Mensch als Abbild GOTTES, ihm gleichend       

(Die Hölle der Götterdämmerung) 

    

Dies sind die Symbole, die Martinus für sein Hauptwerk ausgewählt hat. Das linke Symbol heißt »Durch die Finsternis der Einweihung (Die Hölle oder Götterdämmerung)« und zeigt unsere jetzige Zeit.

 

Das rechte Symbol heißt »Der wahre Mensch als Abbild Gottes, ihm gleichend« und zeigt die Entwicklung der Moral, die aus der Finsternis heraus führt.

Klicken Sie auf die blauen Verlinkungen, um zu den Informationen über deren Bedeutung zu springen:


Linkes Bild: Totenkopf, Schicksalsbogen, gelb-orange Leiste
Rechtes Bild: Strahlenbereich, Christusfigur, Schicksalsbogen, gelb-orange Leiste

Das Dritte Testament

Die beiden Symbole illustrieren die Moralideen des Alten und des Neuen Testaments: Die Ideologie der Rache und Strafe, bzw. die des Vergebens. Das linke Symbol illustriert das Alte, und das rechte das Neue Testament. Den Unterschied zwischen ihnen erläutert Christus folgendermaßen: »Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Auge um Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.« (Mt 5, 38-39)

 

Dass diese fundamental unterschiedlichen Ideale diametral verschiedene Auswirkungen in den Schicksalen der Ausübenden zur Folge haben, ist nicht zu vermeiden. Die Moral des Alten Testaments, »Auge um Auge, und Zahn für Zahn« führt zum Krieg, zum unnatürlichem Tod, zur Invalidität, zum Weltbrand und Kulturzusammenbruch. (Das linke Symbol)

 

Die Botschaft Christi bedeutete ein völliges Abrücken von jeder Form von Rache und Strafe. Das Ideal des Neuen Testaments weist den Weg zum andauernden Frieden. (Das rechte Symbol)

 

Die kosmische Lebensanschauung des Dritten Testaments wird mit den vielen kleinen Kreisbogen und Figuren zwischen den beiden waagerechten violetten Linien illustriert. Wenn Christi Liebeslehre mit einem ewigen Weltbild verbunden wird, dann wird das Praktizieren der Nächstenliebe zu höchster Vernunft. Das ewige Weltbild macht die Religion zu geistiger Wissenschaft.

 

Die Komposition der Symbole wird von vier kräftigen Bogen dominiert. Die von links kommenden orangefarbenen Bogen illustrieren eine Situation, in der wir auf eine feindliche Handlung stoßen. Die vom Zentrum nach rechts laufenden Bogen illustrieren, auf welche Weise wir diese feindliche Handlung erwidern.

 

Die orange Farbe symbolisiert die Angriffs- und Verteidigungswelt des Tierreichs. Hier gilt das Recht des Stärkeren. Die gelbe Farbe symbolisiert das Christusbewusstsein oder das Prinzip des Vergebens. Nachdem diese Fähigkeit voll und ganz entwickelt ist, lieben wir unseren Nächsten wie uns selbst und erfüllen das Gesetz des Lebens. Durch die Evolution wird das Tier in den »Menschen als Abbild Gottes« umgestaltet, was auch der Titel des rechten Symbol ist. Gottes Abbild zu sein bedeutet, dass die Fähigkeit in Kontakt mit den ewigen Liebesgeboten zu handeln bis zur Genialität entwickelt ist. Dass die Moral des Alten Testaments noch in diesem dritten Jahrtausend die Sinne stark im Griff hat, ist deutlich. Die Nationen stecken nicht das Schwert in die Scheide, im Gegenteil, es werden gewaltige Ressourcen darauf gesetzt, immer wirkungsvollere Mordwaffen zu entwickeln. Der irdische Mensch handelt weiterhin auf vielen Gebieten gemäß dem Gesetz des Dschungels. Aber in der Bergpredigt finden wir keinerlei Unterstützung für Mord und Gewalttaten. Warum hat die Menschheit noch nach zweitausend Jahren nach Christi Geburt die Liebesbotschaft nicht in praktisches Handeln umsetzen können?

 

Die zwei kräftigen Kreisbogen im Zentrum der Symbole illustrieren, wie erwähnt, die gegensätzlichen Verhaltensweisen des Alten und des Neuen Testaments bei der Begegnung mit dem »Feind«. Weshalb verzieh Christus seinen Henkern? Warum betete er für diejenigen, die ihn kreuzigten? Was war es, das Christus wusste, seine Henker aber nicht wussten? Weshalb rief er am Kreuz zu Gott: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun»? Christus wusste, dass diejenigen, die ihn töteten nicht wussten, was sie taten. Aber befindet sich der moderne Mensch der jetzigen Zeit nicht in der gleichen Lage? Ist er nicht auf diesem Gebiet ebenso unwissend wie die Menschen zu Christi Zeiten? Tötet man nicht heute noch seine Feinde, wenn man es für notwendig hält? Wenn die Liebesbotschaft des Neuen Testaments praktiziert würde, dann wäre die Welt schon längst ein Paradies des Friedens! (Das rechte Symbol) Zuunterst auf den Symbolen sehen wir die kosmische Lebensanschauung des Dritten Testaments. Die Bogen, welche unsere Handlungen und unsere Art und Weise feindliche Handlungen zu erwidern symbolisieren, werden hier so, wie oben illustriert. Nun sehen wir jedoch nicht nur zwei große Bogen, sondern eine ganze Reihe in verkleinerter Größe. Sie werden immer wieder wiederholt und folgen uns wie ein Schatten durch viele Erdenleben. Wir betrachten hier das Leben von den Höhen aus, vom Aussichtspunkt des Ewigen und des Heiligen Geistes! In der obigen Situation mit den zwei großen Bogen, werden die Handlungen so aus der Nähe betrachtet, dass die Ewigkeitsperspektive verloren gegangen ist. Aus der Perspektive des einen Lebens gesehen, kann man den Sinn mit den verschiedenen Schicksalen und die Liebe darin nicht sehen. So erlebte Christus jedoch nicht das Leben und Gott.

 

Die vielen rechteckigen Figuren unten zeigen die vielen Erdenleben und die hell gelben kleineren Figuren symbolisieren die Aufenthalte in der göttlichen Welt zwischen den physischen Inkarnationen. Hier sehen wir die Lebensanschauung, auf die Christi göttliche Anleitung baute. Wir sehen, dass unser gegenwärtiges Erdenleben ein Glied in einer unendlichen Kette von physischen und geistigen Lebensabschnitten ist. Wir sehen, dass die Erdenleben in einer Reihe auf einander folgen, ohne Anfang und ohne Ende. Mit der Vorstellung zu leben, dass die kurze Zeit, die zwischen den äußersten Parenthesen eines einzigen Erdenlebens vergeht, zwischen Geburt und Tod, das ganze Leben sei, bedeutet fürwahr an den Tod zu glauben. Das ist dasselbe, wie bezüglich der wahren Natur des Lebens bewusstlos zu sein.

 

Es ist durchaus verständlich, dass Christus vom Gebrauch des Schwertes abriet. Das Böse, das wir ernten, geht, wie wir hier sehen, von uns selber aus und ist eine direkte Konsequenz unserer eigenen Handlungen. Der Abschnitt mit den vielen rechteckigen Figuren und deren Übergang von orange zu gelb zeigt, wie unser gegenwärtiges Erdenleben sowohl an das vorhergehende als auch an das künftige gekettet ist. Da niemand etwas anderes erleben kann als das, wofür er selbst die erste Ursache ist, sehen wir die Gerechtigkeit in allem, was geschieht. Unser heutiges Schicksal ist das Resultat der Handlungen, die wir sowohl in früheren wie in diesem Erdenleben ausgelöst haben. Dadurch, dass wir Gutes säen, wird unser Leben vollkommen. Wenn ein jeder seinem Nächsten ausschließlich Gutes tut, dann sind wir nicht mehr im Tierreich. Dann ist das Gottesreich eine Realität auf der Erde.

 

Wenn man sich selbst nicht kennt, kann man die Konsequenzen seiner Handlungen nicht überblicken. Deshalb ruft der Eingeweihte aus, wenn der Uneingeweihte das Liebesgesetz übertritt: »Vater vergib ihm, denn er weiß nicht, was er tut«. Der Uneingeweihte glaubt ohne weiteres, dass das Schicksal von äußeren Kräften gelenkt wird. Er versteht nicht, dass der »Feind« nur ein Medium ist, mit dessen Hilfe seine eigenen Taten zu ihm zurückkehren! Das Böse mit Gewalt und Macht zu bekämpfen bedeutet in Wirklichkeit den Tod anzubeten. Diese Methode deckt eine totale Unwissenheit über die ewige Natur und den tiefsten Sinn des Lebens auf. Der Kampf gegen den Feind in der »Außenwelt« führt zum Jüngsten Gericht, zur Kulmination der Finsternis, was mit dem Symbol des Alten Testaments illustriert wurde.

 

Da wir unsterblich sind und somit alle Erfahrungen überleben – diese folgen uns in den vielen Erdenleben – sind alle Erfahrungen, ohne Ausnahme, uns von Nutzen. Das Leiden entwickelt und verändert allmählich unser Gefühlsleben und unsere Moral. Nachdem die unbehaglichen Erfahrungen bearbeitet und verdaut wurden, werden sie zu Mitgefühl veredelt. Allmählich werden sie zu mentalem Gold! Das Leiden macht uns aufgeschlossener für immer humanere Ideale. Der Titel des linken Symbols ist »Durch die Einweihung der Finsternis«. Das Erleben der Kulmination des Leidens ist die Bedingung dafür, die Kulmination des Lichts und der Liebe erleben zu können.

 

Es war die Kenntnis vom »Ewigen«, die Christus am Kreuz auf Golgatha so kraftvoll demonstrierte, von der die Menschen jedoch unwissend waren, damals genauso wie jetzt. Die gleiche Unwissenheit herrscht noch heute. Nicht nur Christi »Feinde« fiel es schwer, die geniale Demonstration der Liebesbotschaft zu verstehen, auch die Jünger hatten Schwierigkeiten damit. Nichts Geringeres als Christi Auferstehung, die kraft einer völlig willentlichen Kontrolle der strahlenförmigen Seelenkräfte geschah, war dazu erforderlich. Dank dieser Fähigkeit konnte er sich physisch seinen, zu dieser Zeit unschlüssigen und von Zweifel geplagten, Jüngern zeigen. Christus demonstrierte die vollkommene Macht der Liebe und des Unsterblichkeitsbewusstseins über die Kräfte der Finsternis. Seine Aufgabe war hauptsächlich praktisch. Bezüglich des theoretischen Teils wies er darauf hin, dass »er noch vieles zu sagen hatte.«. Er verwies auf einen anderen Beistand, denn er war sich wohl bewusst, dass eine Fortsetzung folgen würde. Inder Mitte des rechten Symbols, zwischen dem orangefarbenen und gelben Bogen, finden wir eine gezeichnete Christusfigur in einem gleichseitigen Dreieck. Das Dreieck ist das Symbol der Dreieinigkeit, das Gottes ewige, unendliche und vollkommene Natur darstellt. Christus war »eins mit dem Vater« und hatte Unsterblichkeitsbewusstsein. Er war in die ewige Existenz aller Lebewesen und deren Vereinigung mit Gott eingeweiht. Er erfüllte das höchste Gebot des Lebens und liebte Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all seinen Gedanken und seiner ganzen Kraft und seinen Nächsten wie sich selbst. An das Kreuz genagelt und unschuldig zum Tode verurteilt, betete er um Vergebung für seine Henker. Am Kreuz hat er bewiesen, dass er so lebte wie er lehrte. Wenn man jeden liebt, auch diejenigen, die einen hassen und verfolgen, dann ist man vollkommen. Gottes Ziel mit der Entwicklung in der physischen Welt ist dann vollbracht. Der ewige Gottessohn gleicht seinem himmlischen Vater, ist Gottes Abbild. Der Titel des Symbols ist: »Der vollkommene Mensch als Abbild Gottes«.

 

Dass dieses höchste Ziel der Schöpfung allen Menschen, allen Geschöpfen ohne Ausnahme, und nicht nur Christus gilt, gehört zu dem »Vielen«, das nach Christi Versprechen der Beistand, der Geist der Wahrheit, später erklären sollte. Der Übergang zu gelb der orangefarbenen, rechteckigen Felder zeigt die Entwicklung der Mentalität im Verlauf der Evolution in Richtung auf Humanität. Der irdische Mensch ist ein Tier unter Verwandlung, eine Sphinx, sowohl Mensch als Tier. In einem Leben nach dem anderen ernten wir die Konsequenzen unserer Handlungen. In der physischen Welt entwickelt sich das Bewusstsein. Hier essen wir vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Schließlich werden wir, ebenso wie unser himmlischer Vater, vollkommen.

 

Die hell gelben quadratischen Figuren zwischen den orangefarbenen und gelben Rechtecken symbolisieren den Aufenthalt aller Lebewesen in der geistigen Welt. Hier befinden wir uns zwischen den verschiedenen Inkarnationen in der physischen Welt. Hier gehen wir beim Eintreten des sogenannten Todes hin, welcher in Wirklichkeit ein Prozess der Geburt, ein Übergang zur geistigen Welt ist. Das Bewusstsein befindet sich immer in der geistigen Welt, auch wenn wir einen physischen Organismus haben. Wir kommen »aus« der geistigen Welt, wenn wir in der physischen Welt wiedergeboren werden. In der geistigen Welt gibt es keine Voraussetzungen für die Entwicklung des Bewusstseins. Hier fehlt der Widerstand gegen die Gedankenimpulse, der für den Prozess des Lernens absolut notwendig ist. Wir können in der geistigen Welt auch keine bösen Handlungen auslösen. Diese Ebene ist das gemeinsame Heim aller Lebewesen und um Zutritt hierher zu bekommen, muss man unweigerlich die »Hochzeitskleider« tragen. Unser Aufenthalt in der geistigen Welt zwischen den Inkarnationen ist nahezu eine Art von Sommerferien. Wir befinden uns zwischen den Arbeits- und Entwicklungsperioden der verschiedenen Erdenleben eine Zeitlang als Gäste zu Besuch im vollkommenen Bewusstsein Gottes. Solange unser Bewusstsein jedoch noch nicht fertig entwickelt ist und ganz mit dem Gesetz der Liebe harmoniert, werden wir für die Schule des Lebens und zur Evolution in der physischen Welt wiedergeboren. Erst dann, wenn wir Christusbewusstsein bekommen haben, ist die Ausbildung beendet und die Prüfung bestanden. In der physischen Welt gestaltet Gott alle Lebewesen in seinem Abbild um. Der Titel des Symbols auf der Vorderseite des Dritten Testaments ist, wie schon erwähnt, »Der fertige Mensch als Abbild Gottes«.
 

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen.)

 

Livets Bog

»Livets Bog« ist der dänische Originaltitel des Hauptwerkes des Dritten Testaments. Es umfasst insgesamt sieben Bände mit etwa zweitausend Seiten.

Der Titel »Livets Bog« ist symbolisch. Alles Existierende, das Weltall im Ganzen, kann mit einem Buch verglichen werden. Dieses einzige und wirkliche »Buch der Bücher« umfasst alles Wissen und somit alle Antworten auf die Rätsel des Lebens. Das gesamte Weltall ist die Bibel aller Bibeln. Stellen wir uns das alles umfassende, unendliche Weltall als ein lebendiges Buch vor und Gott als dessen Verfasser, so wird alles, was geschieht, dasselbe wie Gottes Rede zu einen jeden von uns. Alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen sowie Lebensformen im Mikrokosmos und im Makrokosmos, nehmen dann an einem lebendigen Dialog mit dem existierenden Weltall, d.h. Gott, teil.

Dass die Menschheit nun in zunehmendem Grad das Interesse an der Bibel verloren hat, d.h. am Alten und Neuen Testament, kommt daher, dass sie gelernt haben, in der wirklichen Bibel zu lesen. Alle Antworten müssen im Verhältnis zum Weltall und zur Wirklichkeit bekräftigt werden, wenn sie der Wahrheit entsprechen sollen. Das Studium des Weltalls, d.h. des »Buches der Bücher«, hat in ein erhebliches und auf vielen Gebieten genialisches Wissen resultiert. Aber ausschließlich materielles Wissen kann den Menschen keine Antwort auf die ewigen Fragen geben: »Wer bin ich?«, »Wo komme ich her?« und »Wo gehe ich hin?«. Eine geistige Wissenschaft ist erforderlich, um diese Fragen zu beantworten. Das Dritte Testament erweitert die Grenzen des Wissens über die materielle Wirklichkeit hinaus und gibt uns die Kenntnis über jene geistige Wirklichkeit, welche unseren physischen Sinnen unzugänglich ist.

Hier folgt erst eine Zusammenfassung aus dem Vorwort des Hauptwerks des Dritten Testaments, Livets Bog. Darauf folgt ein Artikel unter dem Titel »An den Leser«, der von Martinus anlässlich der Veröffentlichung der ersten Ausgabe der Zeitschrift Kosmos 1933 geschrieben wurde. Kosmos ist das offizielle Organ des Martinus' geisteswissenschaftlichen Institutes, das in Kopenhagen liegt.

Zusammenfassung aus dem Vorwort zum Livets Bog:

  • Das Livets Bog ist eine Wiedererzählung vom Erleben der alles umfassenden »Religion des Lebens« und ist mit der Absicht manifestiert worden, die Entwicklung der Fähigkeit des Wesens anzuregen, selbst diese Religion zu verstehen, sodass es im Stande sein wird, selbst zu erkennen, was man darf und was man nicht darf, was wirklich und was unwirklich ist, nicht vom Livets Bog aus, sondern von der direkten, eigenen Sprache des Lebens aus. (15. Stück)

  • Die Religion des Lebens selbst erkennt alle Lebewesen als ihre geborenen Mitglieder, Ausüber und Verfechter an, sowohl diejenigen, die ein Glaubensbekenntnis haben als diejenigen, die keines haben, sowohl die sogenannten »Heiligen« als die sogenannten »Gottlosen«, sowohl Tiere als auch Menschen. (15. Stück)

  • Das Livets Bog kann von keinerlei Sekte oder Gesellschaftsbildung eingekapselt oder monopolisiert werden. Aufgrund seiner universellen, unparteiischen Liebes- und Weisheitsmanifestation und kraft seiner Identität als Universalausdruck für des Lebens eigene lebende Religion, in welcher alle von vornherein Mitglieder und alles Lehrsätze sind, wird das Livets Bog im gleichen Grad zu einem Lehrbuch für jene, die kein Mitglied irgendeiner Sekte sind wie für jene, welche einer solchen angehören. (15. Stück)

  • Das Livets Bog enthüllt die Identität aller Lebewesen als »Söhne der Gottheit« und gleichzeitig offenbart es das nahe Verhältnis der Religionen zu einander als Strahlenbündel aus ein und demselben Lichtmeer. (19. Stück)

  • Das Livets Bog ist eine Verteidigung aller existierenden Lebewesen. (19. Stück)

  • Die hauptsächliche Aufgabe des Livets Bog ist es, uns dazu zu inspirieren, unseren Nächsten zu lieben, welche Kränkung er uns auch immer zugefügt haben möge. (19. Stück)

  • Das Livets Bog ist ein auf Liebe basierender absolut freiwilliger Berater, um dem in der Schule des Lebens die Wahrheit suchenden Studierenden zu helfen. (15. Stück)

  • So werden die eigenen Gedanken, Auffassungen und Gesichtspunkte des Lesers in keiner Weise, weder jetzt noch in der Zukunft, von diesem Buch dogmatisch gebunden sein. Es soll ihm vielmehr jede nur mögliche Inspiration dazu geben, in voller Freiheit selbst zu denken, zu arbeiten und des weiteren selbst, aus eigenem freien Willen, sein Wissen in jedem beliebigen anderen Buch oder an jeder denkbaren Quelle zu suchen, wo diese für ihn besonders geeigneten und deshalb inspirierenden Realitäten zu finden sind. (15. Stück)

Wenn ich hier im Vorwort Probleme berührt habe, die im übrigen später im Buch speziell beleuchtet werden, so geschieht dies, wie schon genannt, ausschließlich deshalb, um den Studierenden damit bekannt zu machen, welch unendlich großes Verständnis, welche Toleranz und Freiheit seiner Auffassung vom Livets Bog und seiner Haltung zu diesem von der Quelle, von der dieses Buch hervorgegangen ist, entgegengebracht wird, ganz unabhängig davon, wie diese Haltung auch sein mag. (15. Stück)

Es ist im Jahre 1933. Nachstehendes Zitat ist der ersten Ausgabe der Zeitschrift Kosmos, dem offiziellen Organ des Martinus' geisteswissenschaftlichen Instituts, entnommen. Martinus beginnt mit dem Artikel: An den Leser. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war nur der erste Band des Livets Bog veröffentlicht worden. «Wenn meine Arbeit, d.h. der herausgegebene erste Band des ‚Livets Bog', meine Vorträge und die darauf basierenden Studienkreise ringsum im Lande, begonnen hat Interesse zu wecken und eine Bewegung zu schaffen, dann ist es im Zusammenhang mit dem schon Erwähnten absolut notwendig, dass diese Bewegung sich nicht verirrt und anfängt, begrenzt oder eingekapselt zu werden oder sich in eine Vereinigung, Sekte oder eine Glaubensgemeinschaft kristallisiert und damit eine einseitig monopolisierte, allein selig machende Erscheinung wird. Es ist nämlich die Mission meiner Arbeit, den Menschen den Weg zu Gottes eigener ‚Sprache' zu zeigen, die in Form von Erfahrungen und Erlebnissen im täglichen Leben manifestiert ist, um die Menschen dadurch zu freien geistigen Forschern und nicht zu ‚höheren Beamten' und ‚Untertanen' einer unnatürlichen geistigen Vereinigung zu machen.

Die irdische Menschheit ist nun in einem Stadium ihrer Entwicklung angelangt, in dem sie verstehen lernen muss, dass die göttliche Weisheit sich überall bemerkbar macht. Gott spricht mit Hilfe aller Dinge zu den Menschen, behagliche wie unbehagliche, mittels Krisen, Armut und Arbeitslosigkeit, durch Krieg, Revolution und Leiden sowohl als auch durch Gesundheit, Kraft und Wohlbefinden, Liebe, Toleranz und Weisheit. Alles sind Strahlen aus ein und demselben Wesen. Alles klingt mit schallender Stimme oder Rede über die Welt hinaus, durch das ganze Universum, durch sowohl den Mikro- wie den Makrokosmos. Sie vibriert im Schimmer der Sterne. Sie wird durch die stille Brise geflüstert und in der Tiefe des Waldes gemurmelt. Sie ruft in den Sirenen der Fabriken und wird im Lärm der Maschinen bemerkt. Sie singt an der Wiege und redet am Grab. Sie ist Ahnung, Gewissheit und Glaube. Sie ist Wissen, Einsicht und Hoffnung. Sie ist Tod, Auferstehung und Leben. Sie ist Farbe, Vibration und Licht. Sie ist alles, was überhaupt wahrzunehmen, zu denken und zu erleben ist. Und da diese Rede, je besser sie vom Individuum verstanden wird, sich als Bekräftigung dessen zeigt, dass ‚Alles sehr gut ist', wird sie identisch mit der allerhöchsten Liebes- und Weisheitsmanifestation. Deshalb ist es offensichtlich ein Zeichen von Naivität diese allmächtige Stimme so monopolisieren, einkapseln oder begrenzen zu wollen, dass sie nur einer einzigen Religion, einer Sekte oder einem Glauben gilt, dass sie sich nur durch ein Dogma, einen Prediger oder ein Medium, durch ein Buch, eine Zeitschrift oder eine Botschaft usw. manifestieren kann, ganz egal wie göttlich und aufrichtig gemeint diese auch immer sein mögen.

Dies darf natürlich nicht so aufgefasst werden, dass diese Realitäten verringert oder ignoriert werden sollen, aber die gegenwärtige Entwicklung erfordert, dass die Augen der Menschheit geöffnet werden, sodass sie verstehen, dass eine einzelne Manifestation nur ein spezieller Strahl, ein besonderer Satz in der gesamten göttlichen Liebesmanifestation und Weisheitsverkündigung ist. Jegliche andere Auffassung, die darauf ausgeht, eine dieser Realitäten zum ‚Alleinseligmachenden' zu erheben ist illusorisch und somit unterminierend für die göttliche Kraft, die in der entsprechenden Realität niedergelegt ist. Eine offene Bekundung, dass ‚alles demjenigen zu Gute kommt, der Gott liebt', d.h. ein Verständnis dafür, dass nur alle Erfahrungen des Lebens zusammen den göttlichen Unterricht ausmachen, die göttliche Liebe sein können, welche allein das Individuum vorwärts in ein verklärtes Dasein bringt oder es zu ‚eins mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben' machen kann, ist der Grund auf welchem die nun eingeleitete neue Weltepoche ruhen wird.« (Zitat aus Kosmos Nr. 1 1933)

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf Das ewige Weltbild II verwiesen.)

 

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